Verstorben Sándor Csoóri

Sándor Csoóri wurde 1930 in Zámoly in einer reformierten Bauernfamilie geboren. Mit seinen Gedichten trat er im August 1953 in die Literaturszene ein. Sein erstes Buch wurde im folgenden Jahr veröffentlicht, und ab 1958 arbeitete er als freier Schriftsteller und von 1968 bis 1988 als Dramaturg für Mafilm.

Er war eine der führenden Persönlichkeiten der oppositionellen Intellektuellen in Ungarn, stand während des Kádár-Regimes unter ständiger Beobachtung (Tausende von Seiten an Dokumenten zeugen davon), und obwohl seine Gedichtbände veröffentlicht wurden, wurde er erst nach dem Fall des Kommunismus ernsthaft anerkannt – erst 1990 wurde er mit dem Kossuth-Preis ausgezeichnet.

In seiner Poesie vermischten sich volkstümliche Traditionen mit den Einflüssen der modernen europäischen Poesie, so dass eine lockerere poetische Vorstellungskraft in seinen Gedichten eine größere Rolle spielen konnte. Diese Richtung wird ab seiner Zweiten Geburt (1967) verstärkt, und von da an zeichnet sich seine Dichtung durch eine eigene, objektiv visionäre Stimme und eine riskante Kühnheit aus, die alles auf Metaphern setzt. Sándor Csoóri lehrte uns, dass Schreiben nicht nur eine oft selbstverzehrende Talentprobe ist, sondern auch ein moralischer Akt.

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